Naturgefahren

Zu den Naturgefahren zählen schwere Unwetter (Wind, Niederschläge, Gewitter, Eisglätte), Hochwasser, Lawinen, Hangrutschungen, Waldbrände und Erdbeben. In der Schweiz sind für Naturgefahren verschiedene Fachstellen zuständig: die MeteoSchweiz für Wetterereignisse, das Bundesamt für Umwelt (BAFU) für Hochwasser und Waldbrand, das Schweizerische Lawinenforschungsinstitut WSL SLF und der Schweizerische Erdbebendienst (SED). Auch Naturereignisse im Ausland können Einfluss auf die Schweiz haben. Ein Beispiel dafür sind Vulkanausbrüche, welche den Flugverkehr beeinträchtigen.

Bei Naturgefahren (ausser Erdbeben) kommt der Frühwarnung eine entscheidende Bedeutung zu. Die NAZ verbreitet die Warnungen und Prognoseprodukte der verschiedenen Fachstellen an die betroffenen Kantone und weitere Partner im Lageverbund. Im Falle eines Erdbebens erhält die NAZ vom SED eine automatische Erdbebenmeldung mit ersten Angaben zu Magnitude und Epizentrum. Sie wird umgehend an die kantonalen Einsatz- und Notrufzentralen weitergeleitet. Je nach Stärke und erwarteten Schäden werden Partnerorganisationen orientiert oder die Einsatzorganisation aufgeboten.

Bei schweren Ereignissen (wie zum Beispiel den Unwettern 2007 oder 2013) betreibt die NAZ das Melde- und Lagezentrum des Bundes MLZ. Dabei steht die NAZ in Kontakt mit den betroffenen kantonalen Führungsorganen und den Fachstellen und erstellt regelmässig Lageberichte und Lagekarten, welche die Situation und erwartete Entwicklungen auf nationaler Ebene zusammenfassen. Sie ist auch Anlaufstelle der Kantone für alle Belange des Bevölkerungsschutzes (Single Point of Contact SPOC).

Bei grosser Gefahr können die Fachstellen des Bundes verbreitungspflichtige Warnungen vor Naturgefahren erlassen. Diese müssen von den Radio- und Fernsehanbietern in der betroffenen Region ausgestrahlt werden. Die NAZ sorgt für die Verbreitung dieser Meldungen. Ziel ist es, dass sich die Bevölkerung besser vor erkennbaren, grossen Naturgefahren schützt und dass sich so Personen- und Sachschäden vermeiden oder begrenzen lassen.