Mobile Messmittel

Auch bei den mobilen Messmitteln steht der NAZ in der Probenahme- und Messorganisation eine ganze Palette an Messsystemen zur Verfügung.

Pikettfahrzeuge

Die meisten Piketteinsätze in Zusammenhang mit Radioaktivität können mit einfachen Messmitteln bewältigt werden, für die aber die Geschwindigkeit der Intervention vor Ort eine entscheidende Rolle spielt. Für diese Aufgaben stehen beim Paul Scherrer Institut (PSI) und dem Institut de Radiophysique (IRA) Pikettfahrzeuge zur Verfügung. Diese sind mit Ortsdosisleistungs- und Kontaminationsmessgeräten ausgerüstet und für eine schnelle Abklärung der radiologischen Situation vor Ort bestimmt.

Probenahme und -auswertung

Die NAZ bietet die verschiedenen mobilen Probenahme- und -auswerteequipen auf und setzt sie gezielt ein, um zusätzliche Messdaten aus Gebieten, die von einem Ereignis betroffen sind, zu erhalten.

Messwagen

In der Schweiz stehen verschiedene Messwagen und -equipen zur Verfiügung, die sich bei den Kernanlagen (KKW, ZWILAG), dem Paul Scherrer Institut (PSI), der Sektion Umweltradioaktivität (URA) des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), dem Institut Radiophysique (IRA) und dem Labor Spiez (LS) befinden. Mit diesen Messwagen werden Dosisleistungsmessungen vorgenommen, Luftfilter beladen und Umweltproben erhoben. Für die Analyse der Proben stehen diverse Laboratorien zur Verfügung. Diejenigen des Bundes sind primär für die Auswertung von Umweltproben zuständig, während die kantonalen Laboratorien auf Lebensmittelanalysen spezialisiert sind.

Spezialmessungen vor Ort

Der Messorganisation stehen zusätzlich zwei mobile Messlabors beim Labor Spiez zur Verfügung. Das eine enthält einen Ganzkörperzähler, einen Probenmessplatz mit Natrium-Iodid-Detektor und verschiedene Dosisleistungsmessgeräte. Das zweite Fahrzeug ist mit einem Germanium-Detektor und einem Dosisleistungsmessgerät versehen. Mit den mobilen Messlabors können vor Ort Proben erhoben und ausgewertet werden. Ausserdem kann so direkt abgeklärt werden, ob sich eine Person innerlich kontaminiert hat, falls der Verdacht besteht, dass Radioaktivität eingeatmet oder verschluckt wurde.

Bei der in-situ Gammaspektrometrie handelt es sich um mobile, tragbare Germanium-Detektoren. Sie ermöglichen es, bei einer Kontamination die Nuklidzusammensetzung (d.h. die genauen Substanzen) zu bestimmen. Diese Information ist für die weiteren Massnahmen wesentlich. Die in-situ Gammaspektrometrie wird durch das Labor Spiez und die IRA betrieben und ist permanent einsatzbereit. Das Aufgebot erfolgt über die NAZ. Nach dem Eintreffen der Messequipen im Einsatzgebiet können stündlich Resultate erwartet werden.

Messungen aus der Luft

Mit der Aeroradiometrie verfügt die NAZ über ein Messmittel welches eine schnelle, flächendeckende und nuklidspezifische Messung von Aktivitätsablagerungen am Boden erlaubt. Dazu wird ein hochempfindliches Messgerät in einem Helikopter installiert. In rund drei Stunden kann so eine Fläche bis zu 70 km2 ausgemessen werden. Die Messwerte werden online verfolgt und bei der Landung liegt bereits eine druckfertige Karte vor. Eingesetzt wird die Aeroradiometrie wenn ein grösseres Gebiet auf Radioaktivität abgesucht werden soll, z.B. nach einem Transportunfall, einem Flugzeugabsturz oder bei der Suche nach einer verlorenen oder illegalen Quelle.

ABC-Offiziere

Zusätzlich zu den Messwagen können in einem Ereignisfall ABC-Offiziere der Armee eingesetzt werden, die für Messaufträge zur Verfügung stehen. Sie handeln im Auftrag der NAZ. Mit Handmessgeräten können sie detaillierteMessungen vornehmen.